Im Strom der Inspiration: Pinterest für Unternehmen

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Pinterest ist im Grunde ein Panoptikum menschlicher Leidenschaften: Hier wird geschaut, geträumt und gesammelt. Der Fokus liegt auf qualitativ hochwertigen Fotos und Infografiken, die meist mit einer Website verbunden sind oder von dort stammen.

Es geht also weniger um Kommunikation unter den Nutzern, sondern um das Zusammenstellen von Ideen aus den Weiten des Internets. Pinterest selbst bleibt dabei bewusst im Hintergrund und überlässt dem Nutzer die Gestaltung seiner digitalen Pinnwände, den so genannten Boards. Man kann beliebig viele davon erstellen und jeder eine Kategorie zuordnen. Besonders beliebt sind Themen wie Inneneinrichtung, Dekoration, DIY, Rezepte und Mode.

Eine Welt in Bildern

Pinterest ist aber viel mehr als das und zieht den Betrachter in einen rasenden Sog aus – ach, eigentlich aus allem, wovon man vorher nicht wusste, dass es existiert. Der eine sammelt Bilder von Miniaturskulpturen, der andere mag rote Pandas und der nächste interessiert sich für die Mode des 18. Jahrhunderts. So entsteht ein Schmelztiegel der Inspiration und die Nutzer können sich gegenseitig auf die Pinnwände schauen. Ist eine besonders interessant, wird sie mit einem Klick abonniert. Alternativ kann man auch gleich das komplette Profil des anderen Nutzers abonnieren und seine Pins liken oder repinnen (auf die eigene Pinnwand kopieren).

Im allgemeinen Trend hin zur Individualisierung ist Pinterest also DAS Tool der Jungen, Kreativen, Flexiblen. Die Plattform holt aber auch jene ins Boot, die nach Organisationstipps, Strickmustern und Rezepten suchen und sich das Leben leichter machen wollen. Alles wirkt zwar extrem hochwertig und ästhetisch, kann aber sofort ins eigene Leben übertragen werden – denn die Anleitung oder Website ist ja nur einen Klick entfernt.

Welchen Vorteil hat Pinterest für Unternehmen?

Und an diesem Punkt kommen Unternehmen ins Spiel. Während die Kundengewinnung auf Facebook und Co. immer schwieriger wird, ist Pinterest eigentlich die perfekte Alternative. Der wichtigste Grund: Menschen sind bereits dort, um sich (zum Kauf) inspirieren zu lassen. Sie wollen auf etwas stoßen, das ihr Leben besser, schöner, interessanter macht. Als Pinterest im März 2010 erschien, war es als Social-Shopping-Seite gedacht. Die Nutzer führten stolz ihre neu gekauften Produkte vor und machten damit natürlich auch Werbung für die Marken. Diese Funktion ist heute subtiler vertreten, spielt aber immer noch eine große Rolle.

Mittlerweile hat Pinterest laut eigenen Angaben 250 Millionen Nutzer weltweit. Ein Großteil greift von mobilen Endgeräten auf die Plattform zu, was auf ein junges Publikum schließen lässt: 2017 war jeder vierte Deutsche zwischen 18 und 29 angemeldet. Die wichtigste Zahl betrifft jedoch die Anzahl der Produkte, die durch eine Weiterleitung über Pinterest bestellt wurden. Die ist laut Shopify seit 2013 um spektakuläre 79 Prozent gewachsen. Eigentlich logisch, denn wer nach Inspiration für seine Hochzeit, den nächsten Urlaub oder die Wintergarderobe sucht, ist meist schon kaufbereit.

Tipps für erfolgreiches Pinterest-Marketing

Die Basics

  1. Generell empfiehlt es sich, die eigene Website pinterest-freundlich zu gestalten. Das heißt vor allem, den Pin-Button bereitzustellen, damit Nutzer die Inhalte Ihrer Website auf ihre Pinnwand überführen können.
  2. Für die aktive Nutzung erstellen Sie ein kostenloses Unternehmensprofil. Dieses lässt sich mit Ihrer Website verknüpfen, so dass Sie genau sehen können, welche Inhalte gepinnt wurden. Außerdem besteht die Möglichkeit, so genannte Rich Pins zu beantragen. Diese zeigen automatisch Metadaten von der Seite an, von der sie kommen und übernehmen auch Aktualisierungen. Unternehmen haben hier die Wahl zwischen Rich Pins für Produkte, Blogposts oder Rezepte. Die Product Rich Pins zeigen beispielsweise den Preis, die aktuelle Verfügbarkeit und die Beschreibung eines Produkts. So machen Sie Pinterest zum Vorzimmer Ihres Onlineshops.
  3. Pinnen Sie nicht blindlinks drauf los, sondern legen Sie zunächst Ihre Zielgruppe und die Kategorien fest, in denen Sie gefunden werden wollen. Machen Sie es sich dabei nicht zu einfach, indem Sie nur „Beliebt“ und „Alles“ auswählen – die Spezialisierung lohnt sich. Auch Keywords, die sie den Beschreibungen Ihrer Pins hinzufügen, sind sehr wichtig, um zwischen den anderen Inhalten sichtbar zu sein.

Viel, gut, strukturiert

  1. Bilder sind auf Pinterest das Aushängeschild jedes Beitrags – ihre Qualität sollte dem entsprechen. Wärmen Sie also nicht einfach alten Content auf, sondern erstellen Sie ansprechende Bilder und Grafiken (persönliche Note durch Unternehmenslogo und -farben nicht vergessen). Achtung: Ein guter Pin kommt im Hochformat, die optimale Bildgröße beträgt 600 x 800 Pixel. Achten Sie darauf, dass Ihre Inhalte in der mobilen Ansicht gut erkennbar sind (richtiger Bildausschnitt, gut lesbare Schrift).
  2. Eine Pinnwand für alle Inhalte? Keine gute Idee. Da verlieren nicht nur Sie den Überblick, sondern auch potenzielle Kunden. Legen Sie Themenschwerpunkte fest und behalten Sie dabei im Hinterkopf, dass der Nutzer informiert und inspiriert werden möchte. Reiseanbieter können ihre Pinnwände nach Ländern ordnen und weitere Boards mit praktischen Reisetipps erstellen. Wer Wohnaccessoires verkauft, ordnet zum Beispiel nach Räumen oder Farbschemata. Und bei Produkten aus dem Outdoor-Bereich machen sich Pinnwände über Wildtiere und Naturbeobachtung gut. Denken Sie über das bloße Produkt hinaus und zeigen Sie dem Nutzer, warum er es für seine Pläne und Träume braucht.
  3. Achten Sie auch auf Kontinuität. Der Schwerpunkt auf Ihrem Profil sollte natürlich auf Ihren eigenen Inhalten liegen, aber das Pinnen „fremder“ Beiträge ist genau so wichtig. Denn je aktiver Sie auf Pinterest sind, desto besser werden Sie wahrgenommen. Nutzen Sie die Beschreibung, um die Verbindung zwischen dem neuen Pin und Ihren Inhalten verständlich zu machen. Sie sind keine Bühne für andere Inhalte, sondern nutzen diese, um den Fokus auf Ihren eigenen Internetauftritt zu lenken. Daher in der Beschreibung nie den Markennamen sowie die URL der Website beziehungsweise einen Call-to-Action vergessen.
Alexandra Huth 22.10.2018

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