Flash vs. HTML5

Unter Anderem dank Steve Jobs, der HTML5 zur Flash Alternative erklärte, befindet sich HTML5 auf dem aufsteigendem Ast. Obwohl es noch in den Kinderschuhen steckt, arbeiten Unternehmen bereits erfolgreich damit. Unser Experte Florian Böhner, der seit mehreren Jahren beruflich im Umfeld AdManagment aktiv ist, erklärt uns im Interview, was HTML5 besser kann als Flash.

Warum sollten sich Marketing-Chefs für HTML 5 interessieren?

Das ist ganz leicht gesagt: HTML5 ist die Technik mit der man aktuell die meisten User erreicht. 
Vor ein paar Jahren waren die Browser noch nicht in der Lage diese damals neue Technik zu verarbeiten. Inzwischen wurden Standards geschaffen, sodass jeder gängige Browser HTML5 problemlos interpretieren kann. Ganz egal ob Windows-PC, iPad, iPhone oder Android-Tablet, ein professionell gebautes HTML5 Werbemittel kann überall laufen. Leider muss man ehrlicherweise sagen, dass die Werbebranche hier immer noch einiges an Nachholbedarf hat. Besonders im Punkte Bannerkreation fehlt es meist an technischem Knowhow.

Bannerwerbung mit Flash hat bisher doch prima funktioniert. Wo ist denn da das Problem?

Das Problem ist, dass Flash leider einige Sicherheitslücken aufweist und die Browseranbieter darauf reagieren mussten. Zum Beispiel lässt der Mozilla Firefox erst nach ausdrücklicher Zustimmung des Users Flash zu und im Google Chrome muss der User die Flash-Banner erst aktiv starten. Auf den meisten mobilen Endgeräten konnte Flash noch nie wirklich eingesetzt werden. Im Zeitalter von Multiscreen-Kampagnen, die auf einem Tablet genauso wie auf einem Smart-TV laufen, ist die Weiterentwicklung der bisherigen Werbemitteltechnologie notwendig.

Was kann HTML5 so viel besser?

Flash und HTML5 sind vom Funktionsumfang gar nicht so verschieden. Beide können responsive, beide können Animation, beide können Video-Integrationen, XML-Feeds und alles was das Herz sonst so begehrt. Was HTML5 allerdings so viel besser macht, ist die universelle Einsatzfähigkeit. Es ist ohne vorherige PlugIns oder sonstige Installationen auf allen gängigen Browsern und Endgeräten lauffähig.

Wie lange geben Sie Flash noch? Lässt sich schon beobachten, wie Flash stirbt?

Flash wird immer mehr zurückgedrängt und von HTML5 abgelöst. Diesen Trend kann man in der ganzen Werbebranche beobachten. Dieses Jahr noch, wird beispielsweise Google die Auslieferung seines Display Netzwerkes und seinen Agenturadserver DCM (ehemals DFA) komplett auf HTML5 umstellen. Auch große Agenturen wie Groupm, Pilot und einige Werbenetzwerke sind bereits komplett auf HTML5 umgestiegen.

Was bedeutet das für Online-Werbung?

Ich persönlich sehe dem ganzen sehr positiv entgegen! Online-Kampagnen bekommen mehr Möglichkeiten, um individuell die User zu erreichen und erfolgreiches Marketing zu betreiben. Auch wenn die Online-Werbebranche noch an der einen oder anderen Ecke nacharbeiten muss, ist es ein notwendiger Schritt in die richtige Richtung. Mit HTML5 hat die Branche einen soliden Standard, den es nun heißt professionell umzusetzen und zu nutzen. Ich denke noch in diesem Jahr wird Flash der Vergangenheit angehören und ich habe die große Hoffnung, dass auch bei den Agenturen und Werbetreibenden das Prinzip „Umwandlung von Flash in HTML5“ bald nicht mehr praktiziert wird, sondern wieder mehr Fokus auf die professionelle Kreation gelegt wird.

 

Fazit: Werbetreibende sollten sich mit dem Thema HTML5 auseinander setzen. Auf mobilen Geräten ist HTML5 bereits der neue Standard. Auch auf dem PC wird die neue Technik den Flash-Player mit der Zeit ablösen. Der Online-Vermarkterkreis (OVK) hat die Erstellung von HTML5-Werbemitteln bereits im letzten Jahr standardisiert und empfiehlt HTML5 als Alternative zu Flash. Vorteile von HTML5 sind vor allem die Kompatibilität und das direkte Abspielen durch den Browser.

 

Josephine Müller
ist studierte Kommunikationswirtin und seit 2016 bei der WSB als Kundenberaterin Online Marketing tätig.