Von bewegten Bildern zu bewegenden Momenten-
Videoproduktion einfach erklärt

Klappe

Ob TV, Kino oder Web – Bewegtbild ist in der Werbung beliebt wie nie zuvor. Besonders Videos für Websites und Videoportale bieten Unternehmen ein vielfältig einsetzbares Instrument für Werbung und Marketing. Doch wie entstehen diese? Mit welchem Aufwand müssen Unternehmer, Marketing- und Werbebeauftragte rechnen? Und wer ist an der Produktion beteiligt? Film ab für einen Blick hinter die Kulissen.

An einer Produktion von professionellen Marketing- und Werbevideos sind zahlreiche Personen beteiligt. Wie viele genau wird im Einzelnen von Zweck, Umfang und Qualität der Produktion sowie Art und Anzahl der bespielten Kanäle bestimmt.

Das Konzept

In der Regel wendet sich ein Unternehmen mit seinem Anliegen direkt an eine Werbeagentur. Dabei kann es sich sowohl um eine klassische Kreativ- als auch um eine Digitalagentur handeln. Diese entwickelt zunächst ein Konzept, was und wie gedreht werden soll. Der erste Schritt ist dabei, die vielfältigen Fragen nach Zielgruppen, Botschaften, Inhalten, Umfang, Gestaltungsstil und Verbreitung zu klären.

Anhand eines Storyboards erhält der Kunde bereits in diesem Stadium einen ersten Eindruck vom inhaltlichen Ablauf des späteren Videos. Meist erfolgt das in Form von Skizzen oder Grafiken, die die einzelnen Szenen u.a. mit Inhalt, Einstellung, Perspektive darstellen. Ein zusätzliches Moodboard vermittelt den visuellen Charakter, der sich meist verbal nur umständlich beschreiben lässt. Dabei kommt es weniger auf eine exakte, detailreiche Darstellung der späteren Szenen an. Vielmehr wird die geplante Atmosphäre aufgezeigt – meist anhand von Fotos, Bildern und Zeichnungen zu Design, Hintergründen, Materialien und Farbstimmungen.

Storyboard

Das Storyboard zeigt den inhaltlichen Ablauf des späteren Videos.

Die Vorproduktion

Ist der Kunde mit dem Konzept glücklich, kann die Vorproduktion starten. Welche vorbereitenden Maßnahmen notwendig sind, hängt von der jeweiligen Art des Videos ab. Für Videos mit realen Personen müssen unter anderem die Darsteller gecastet werden – seien es professionelle Schauspieler, Models und Statisten, prominente Testimonials und Influencer oder Mitarbeiter und Azubis aus dem eigenen Unternehmen. Meist lohnt es sich, hierfür zusätzlich eine Casting- oder Influenceragentur zu beauftragen.

Parallel dazu werden geeignete Locations für den Dreh gesucht. Für aufwendige Außen- und Innenaufnahmen werden dafür spezielle Location Scouts engagiert. Meist bringen Kunde, Kreativ- oder Produktionsteam bereits Ideen mit. Letzteres stellt bei Bedarf auch die Räumlichkeiten für Studioaufnahmen zur Verfügung.

Weitere Vorbereitungen gelten vor allem dem Set, also dem Szenenbild: So werden alle Elemente beschafft, die für Aufbau und Ausstattung der Kulisse benötigt werden. Das reicht von Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen bis hin zu Utensilien für die Darsteller. Zudem sollte feststehen, wer sich am Drehtag für Maske und Kleidung verantwortlich zeigt.

Styleboard

Bestens ins Szene gesetzt: Ein Style-Board für die Auswahl der Kleidung.

Die Produktion

Ist alles vorbereitet, kann der Dreh beginnen. Wichtige Akteure sind Regisseur, Kameramann, Ton- und Lichttechniker, Visagist und Requisiteur – sowie natürlich die Darsteller und Statisten. Innerhalb der geplanten Drehzeit müssen nun alle Sequenzen gedreht werden.

Ein detaillierter Drehplan sorgt dafür, dass die Produktion möglichst reibungslos abläuft. Er schreibt den zeitlichen Ablauf des Drehs vor und legt fest, was Darsteller, Kamera, Ton, Licht, Maske und Requisite zu tun und zu beachten haben. Die Regie übernimmt meist der Creative Director.

Drehplan

Der Drehplan sorgt für einen reibungslosen Produktionsablauf.

Die Postproduktion

In der letzten Entstehungsphase der Videoherstellung erfolgen Schnitt und finale Aufbereitung des Videos. Zunächst wird mit einem Rohschnitt begonnen. Dabei wird das gedrehte Filmmaterial in die gewünschte zeitliche Folge geschnitten. Sieht das Konzept die Verwendung von Stockmaterial vor, wird dieses im passenden Format gekauft und integriert.

In dieser Phase kann sich ein Zwischenfeedback vom Kunden als äußerst sinnvoll erweisen. Da sich hier noch ein gewisser Einfluss auf Story, Schnitt und Aussage des Videos nehmen lässt, ohne dass weiterführende Arbeiten wiederholt werden müssten. Bei Bedarf kann hier entschieden werden, dass nachgedreht oder partiell auf Stockmaterial zurückgegriffen werden muss. Visuelle Effekte, Texteinblendungen, Animation, Musikvertonung und Sounddesign folgen im nächsten Schritt – und geben dem Video den letzten Schliff.

Postproduktion

Moderne Schnitttechnik gibt dem Video den letzten Schliff.

Das Fazit

Professionelle Marketing- und Werbevideos sind für Unternehmen ein vielfältig einsetzbares Instrument, um auf Websites und Videoportalen in Bewegtbild zu kommunizieren. Aufwand und Umfang der Produktion unterscheiden sich von Fall zu Fall. Das Wissen über den prinzipiellen Ablauf einer Videoproduktion kann jedoch helfen, zu einer realistischen Einschätzung für die eigenen Videoprojekte zu gelangen.

wsb 30.05.2017